Markisen im Vergleich: welche Bauart wohin passt

Terrasse, Balkon, Fenster oder Wintergarten: die Bauarten und ihre Unterschiede im Überblick

Welche Markise passt, hängt zuerst vom Ort ab und erst danach vom Modell. An der Hauswand über der Terrasse kommen Gelenkarm- und Kassettenmarkisen infrage, vor dem Fenster die Fassadenmarkise, abseits der Wand die freistehende Markise. Soll auch der Regen draußen bleiben, geht es um ein festes Dach. Als Klaiber Premium Partner in Kamp-Lintfort ordnen wir hier ein, was wofür gedacht ist.

  • Der Ort entscheidetWand, Fenster, Glasdach oder freie Fläche führen zu verschiedenen Bauarten
  • Offen oder KassetteDie Kassette schützt Tuch und Mechanik, wenn die Markise eingefahren ist
  • Windklasse prüfenSie sagt, bis zu welchem Wind die Anlage betrieben werden darf
  • Vorher fragenAls Mieter brauchen Sie die Erlaubnis, bei festen Dächern fragen Sie die Bauaufsicht

Welche Bauart passt wozu?

Die Tabelle führt vom Einsatzort zur Bauart. Die Modelle stehen jeweils auf der verlinkten Seite.

Bauart Passt, wenn Darauf kommt es an
Gelenkarm- und Teleskoparm Schatten über Terrasse oder Balkon gefragt ist, ohne Pfosten und Unterkonstruktion Bei offenen Modellen liegt die Tuchwelle frei, sie brauchen eine geschützte Anbringung, etwa unter einem Dachvorsprung oder in einer Mauernische
Kassette die Markise auch über Wochen eingefahren und ohne Dachvorsprung geschützt sein soll Die geschlossene Aluminium-Kassette schützt Tuch und Mechanik vor Regen, Staub und UV-Strahlung
Fassade (Fallarm) die Wärme schon vor dem Fenster abgefangen werden soll Offene Fallarmmarkise oder kombinierte Senkrecht- und Ausstellmarkise mit Schutzkasten
Freistehend der Sitzplatz nicht an der Hauswand liegt, etwa im Garten oder in der Gastronomie Keine Wandbefestigung nötig. Die Modelle reichen bis über 45 m²
Wintergarten ein Glasdach im Sommer zur Hitzefalle wird Unterglas, Überglas, Aufglas oder Innendach: Die Wahl hängt von Konstruktion und Neigung ab
Seitenbeschattung die Sonne flach von der Seite kommt, der Wind zieht oder der Nachbar nah ist Der Untergrund entscheidet: Mauerwerk, Ständer im Boden oder Befestigung an der Markise
Pergolamarkise die Optik einer Pergola gewünscht ist, das Tuch aber einfahren soll Das Tuch gibt den offenen Himmel wieder frei, wenn es einfährt
Pavillon eine feste, ganzjährig nutzbare Überdachung gewünscht ist Softtop mit Faltmarkise oder Hardtop mit neigbaren Aluminium-Lamellen, jeweils auf Maß gefertigt
Glasdach die Terrasse auch bei Regen und Wind nutzbar sein soll Festes Dach mit integrierter Markise, Seitenelemente aus Ganzglas sind möglich
Verdunklung ein Raum von außen ganz dunkel werden soll, etwa Schlafraum oder Heimkino Lichtdichtes Gewebe, das seitlich und unten jeden Lichtspalt schließt

Offen, Halbkassette oder Kassette?

Bei der Markise an der Hauswand steht diese Entscheidung am Anfang. Der Unterschied liegt darin, was im eingefahrenen Zustand geschützt ist.

Offene Markise

Tuchwelle und Gelenkarme liegen frei. Das macht sie günstiger in der Anschaffung, sie braucht aber eine geschützte Stelle, zum Beispiel unter einem Dachvorsprung oder in einer Mauernische.

Halbkassette

Der Mittelweg: Das Tuch ist geschützt, die Gelenkarme bleiben offen. Bei Klaiber ist das die VILANO-BOX S6800.

Kassette

Eine geschlossene Aluminium-Kassette umschließt Tuch und Mechanik. Klaiber-Kassettenmarkisen haben serienmäßig einen Funkmotor mit Fernbedienung und lassen sich mit Windsensoren oder Sonnenwächtern erweitern.

Angaben aus unseren Seiten zu Gelenkarm- und Kassettenmarkisen

Schatten oder auch Wetterschutz?

Eine Markise ist in erster Linie Sonnenschutz. Wer auch bei Regen draußen sitzen möchte, landet bei einem festen Dach, und das hat Folgen für die Planung.

Markise und Pergolamarkise

Das Tuch spendet bei Sonne Schatten und fährt bei kühlem Wetter oder am Abend wieder ein. Der Himmel über der Terrasse bleibt dann offen.

Glasdach und Pavillon

Das Dach bleibt das ganze Jahr. Beim Glasdach sorgt eine integrierte Markise bei Bedarf für Schatten, beim Pavillon je nach Bauart eine Faltmarkise oder neigbare Lamellen. LED-Beleuchtung und Heizstrahler lassen sich ergänzen.

Warum Sonnenschutz nach außen gehört

Die Verbraucherzentrale bringt es auf den Punkt: „Sonnenschutz von außen ist am wirksamsten!“ Die Wärme gelangt dann gar nicht erst in den Raum. Innen liegender Schutz muss bereits eingedrungene Sonnenstrahlung wieder nach außen reflektieren, seine Wirksamkeit ist deshalb beschränkt.

Zur Wahrheit gehört auch, was dieselbe Quelle anmerkt: Markisen sind meist teuer, wind- und schmutzanfällig und verändern die Optik des Hauses. Das spricht nicht gegen eine Markise, gehört aber in die Entscheidung, ebenso die Frage nach Reinigung und Wartung.

Verbraucherzentrale, Hitzeschutz im Sommer, Stand 26.06.2026

Was die Windwiderstandsklasse bedeutet

Die Klasse gibt an, bis zu welcher Windgeschwindigkeit eine Anlage betrieben werden darf beziehungsweise geprüft wurde. Je höher die Klasse, desto mehr Wind hält sie aus.

Klasse Entspricht etwa Bedeutung
0 keine Angabe Mindestanforderungen nicht erfüllt oder nicht geprüft, Nutzung bei Wind nicht zulässig
1 Windstärke 4, ca. 20 bis 28 km/h mäßiger Wind
2 Windstärke 5, ca. 29 bis 38 km/h frischer Wind
3 Windstärke 6, ca. 39 bis 49 km/h starker Wind

Diese Zuordnung ist nur eine Orientierung, sie kann je nach Produktart, Norm und Hersteller abweichen. Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers für die konkrete Anlage. Ein Beispiel aus unserem Sortiment: Die TENDABOX BX3000 ist in Windwiderstandsklasse 2 eingestuft, und zwar ohne Volant-Plus.

Baunetz Wissen, Windwiderstandsklassen · Modellseite TENDABOX BX3000

Vor der Bestellung klären

  1. Den Einsatzort festlegen

    Terrasse, Balkon, Fenster, Wintergarten oder freie Fläche: Danach richtet sich die Bauart. Überlegen Sie auch, ob die Sonne nur von oben oder auch flach von der Seite kommt.

  2. Die Befestigung ansehen lassen

    Der Untergrund entscheidet über die Lösung. Deshalb gehört das Aufmaß vor Ort dazu, bevor bestellt wird.

  3. Als Mieter die Erlaubnis einholen

    In einer Mietwohnung fragen Sie vor der Montage Ihren Vermieter. Sonnenschutz auf dem Balkon kann zum üblichen Wohngebrauch gehören: Das Amtsgericht München hat einem Mieter im Einzelfall einen Anspruch auf Zustimmung zugesprochen, wenn die Beeinträchtigung des Eigentums gering ist. Der Mieter hatte zugesagt, sich nach den Vorgaben der Vermieterin zu richten und beim Auszug den ursprünglichen Zustand herzustellen.

    Amtsgericht München, Urteil vom 07.06.2013, Az. 411 C 4836/13, rechtskräftig

  4. In der Eigentumswohnung bei der Verwaltung nachfragen

    Eine Markise verändert die Optik des Gebäudes. Klären Sie deshalb vorab mit Ihrer Hausverwaltung, was für Ihre Anlage gilt.

  5. Bei festen Dächern die Bauaufsicht fragen

    Für Überdachungen gelten die Bauordnung des jeweiligen Landes und gegebenenfalls ein Bebauungsplan. Fragen Sie vor dem Auftrag bei der Bauaufsicht Ihrer Stadt oder Gemeinde nach, was bei Ihnen gilt.

  6. Eine mögliche Förderung vorab prüfen

    Das BAFA führt den sommerlichen Wärmeschutz durch außen liegende Sonnenschutzeinrichtungen mit optimierter Tageslichtversorgung als Fördergegenstand an, Markisen nennt es dabei nicht ausdrücklich. Der Antrag erfordert einen Energieeffizienz-Experten. Klären Sie also vor der Bestellung mit ihm, ob Ihre Anlage darunterfällt.

    Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle

Was hier nicht steht

Preise nennen wir hier bewusst nicht, denn Maße, Tuch und Ausstattung bestimmen sie im Einzelfall. Diese Seite ersetzt außerdem keine Rechtsberatung und keine Auskunft der Bauaufsicht oder einer Förderstelle. Maßgeblich sind die Regeln vor Ort und Ihr konkreter Fall.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Gelenkarm- und Kassettenmarkise?

Bei der Kassettenmarkise umschließt eine geschlossene Aluminium-Kassette Tuch und Mechanik, bei der offenen Gelenkarmmarkise liegt die Tuchwelle frei.

Geht eine Markise auch ohne Hauswand?

Ja, dafür gibt es freistehende Markisen. Sie brauchen keine Wandbefestigung und eignen sich für Gartenterrassen, Poolbereiche oder Außenflächen in der Gastronomie.

Was hilft gegen tief stehende Sonne?

Morgens und abends kommt die Sonne flach von der Seite, dagegen hilft ein senkrechtes Tuch. Das leistet eine Seitenbeschattung, die zugleich Wind bremst und Blicke abhält.

Lässt sich eine Markise automatisch steuern?

Ja, je nach Modell. Klaiber-Kassettenmarkisen lassen sich mit Windsensoren oder Sonnenwächtern zur vollautomatischen Anlage erweitern.

Kümmern Sie sich auch um ältere Markisen?

Ja. Wartung, Reparatur und Tuchwechsel bieten wir auch für ältere Anlagen an.

Quellen

  • Verbraucherzentrale, Hitzeschutz im Sommer, Stand 26.06.2026, verbraucherzentrale.de
  • Baunetz Wissen, Windwiderstandsklassen, baunetzwissen.de
  • Amtsgericht München, Pressemitteilung 04/2014 vom 03.02.2014 zum Urteil 411 C 4836/13, justiz.bayern.de
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, bafa.de

Modellangaben stammen von unseren Produktseiten. Stand dieser Seite: November 2026.

Welche Markise passt zu Ihrem Haus?

In unserer Ausstellung an der Kruppstraße 44 in Kamp-Lintfort vergleichen Sie Modelle, Tuchkollektionen und Gestellfarben direkt. Aufmaß, Bestellung und Montage übernehmen wir für Sie aus einer Hand. Unser Liefergebiet für Markisen und Sonnenschutz reicht rund 80 Kilometer um Kamp-Lintfort.

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